148 Left Hand Choreo – Raus aus der Gewohnheit


In dieser Choreofolge widmen wir uns der Left-Hand-Choreografie. Sie schafft Abwechslung, ohne eine einzige neue Figur zu unterrichten, wenn man sie richtig einsetzt. Wir sprechen über den sinnvollen Gebrauch des Left Modifiers, über Bodyflow als Entscheidungshilfe und darüber, warum jede Figur einen Zweck erfüllen sollte. Unser Rat: gut vorbereiten, in kleinen Dosen einstreuen und über Monate zur Selbstverständlichkeit werden lassen. So bekommt ihr sichere Tänzer und abwechslungsreiche Clubabende.



Mitwirkende

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Martin Kull
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Peter Höfelmeyer

Shownotes


Diesmal wird es choreografisch: Wir widmen uns der Left-Hand-Choreografie – ein Thema, das durch eine Diskussion auf der ECTA Convention angestoßen wurde. Denn mit dem neuen Mainstream-Programm ab September 2026 entfällt Dixie Style, und damit verschwindet auch ein natürlicher Weg in die Left Hand Ocean Wave. Grund genug, uns bewusst mit linkshändigen Formationen und dem Left Modifier zu beschäftigen.

Themen der Folge:

  • Warum Left-Hand-Choreografie? Left-Hand-Choreo ist im Kern ein Richtungswechsel: Die Abläufe sind gleich, fühlen sich aber anders an. Das schafft Abwechslung im Tanzen, durchbricht das eingefahrene Muscle Memory und sorgt nebenbei auch körperlich für einen Ausgleich, weil nicht immer dieselbe Drehrichtung belastet wird.
  • Formationsbewusstsein trainieren. Wer regelmäßig linkshändige Formationen einbaut, entwickelt zunächst sich selbst als Caller weiter – und dann die Tänzerinnen und Tänzer. Sie lernen, Formationen bewusst zu erkennen, statt Figuren nur automatisch abzuspulen. Das macht sicherere Tänzer, die auch dabeibleiben.
  • Der Left Modifier – mit Bedacht einsetzen. Wir empfehlen, den Left Modifier vor allem bei kurzen Calls zu verwenden, bei denen das Risiko des Scheiterns gering ist, weil unabhängig von der Ausführung dieselbe Endposition entsteht. Und: Jede Figur sollte einen Zweck erfüllen – ein Left-Call nur um zu zeigen, dass man es kann, bringt wenig.
  • Bodyflow als Entscheidungshilfe. Ob ein linkshändiger Call sinnvoll ist, entscheidet sich oft am Bewegungsfluss: Welcher Call passt gut davor, welcher gut danach? Wer sich in beide Tanzpositionen hineindenkt, erkennt, dass sich Drehrichtungen für Boys und Girls durchaus unterscheiden.
  • Vorsicht Muscle Memory. Manche Figuren fühlen sich aus linkshändigen Formationen völlig anders an – hier scheitern Squares gern, weil Tänzer automatisch die gewohnte (rechte) Ausführung wählen. Ein Indiz dafür, dass ihr Caller selten mit Left-Hand-Formationen arbeitet. Hilfreich sind hier klare Ansagen, kurze Hinweise vorab und der Blick auf kompakte Squares mit passenden Abständen.
  • Zwingend vorbereiten! Left-Hand-Choreografie fällt einem nicht on the fly ein – Trial and Error auf Kosten der Tänzer führt schnell zu kollektivem Misserfolg. Wer das Thema angehen will, sollte es gezielt in die eigene Vorbereitung einbauen und sich bei Misserfolgen in der Reflexion fragen, warum es nicht rund lief.
  • Bewusst und reduziert einsetzen. Das Material dieser Folge ist zuviel für einen Tipp oder einen Clubabend, sondern es reicht für Wochen und Monate. Wer einen Abend mit Left überfrachtet, erzielt den gegenteiligen Effekt. Besser: über ein halbes Jahr oder länger in kleinen Dosen einstreuen, bis es sich für alle ganz natürlich anfühlt. Denn etwas Besonderes bleibt nur besonders, wenn man es nicht ständig tut – ein Gedanke aus Mel Wilkersons Online-Sessions für Beginning Callers.

Unser Fazit: Left ist unglaublich ergiebig und für uns ein Muss – aber es braucht Vorbereitung, Geduld und einen Zweck. Unsere Callerei ist eine einzige Ausgrabung: Man findet ständig neue Kombinationen. Man muss nur suchen – und es wollen.

Habt ihr Ergänzungen oder haben wir etwas vergessen? Meldet euch gerne in den Kommentaren unter der Folge oder auf unseren anderen Kanälen!

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