144 Square Dance ist kein Konsumgut


Ein Orchester, in dem ein Instrument nach dem anderen aufhört zu spielen bis keine Musik mehr da ist. Übertragen auf Square Dance fragen wir: Was passiert, wenn aus Mitgestaltern Konsumenten werden? Wir sprechen über innere Einstellung und ab wann etwas ein Beitrag ist. Unser Fazit: Wer Square Dance als etwas erlebt, in das man etwas hineingeben kann, bekommt mehr zurück – und steckt andere mit genau dieser Begeisterung an.



Mitwirkende

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Martin Kull
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Peter Höfelmeyer

Shownotes


Worum es geht

Martin zeichnet zu Beginn ein Bild: Ein Orchester, in dem nach und nach jedes Instrument aufhört zu spielen, weil es lieber zuhören möchte. Am Ende ist keine Musik mehr zu hören. Was im Orchester offensichtlich absurd wäre, passiert im Square Dance schleichend, wenn aus Mitgestaltern Konsumenten werden. Darüber sprechen wir in dieser Folge.

Kernaussagen und Gedanken

  • Ein Square ist wie ein Ruder-Achter: Mein Erlebnis ist direkt gekoppelt an das der anderen. Ein Club ist ein Sportverein, kein Fitnessstudio. Square Dance funktioniert nicht als Einzeltraining.
  • Es geht nicht ums Stühle stellen oder Flaschen wegräumen. Das ist gute Kinderstube. Es geht um die innere Einstellung, mit der ich in einen Abend hineingehe.
  • Auch eine Pause ist ein Beitrag, wenn ich dabei aufmerksam bleibe. Man muss nicht immer erste Geige spielen, aber man muss im Stück bleiben.
  • Wenn Caller als Dienstleister und Tänzer als Konsumenten gedacht werden, entsteht ein Widerspruch zu „Friendship is Square Dance’s greatest reward“. Freundschaft funktioniert nicht in einer Anbieter-Konsumenten-Logik.
  • Wertschätzung ist bereits Mitgestaltung: ein Danke nach dem Tip, Blickkontakt beim Tanzen, Aufmerksamkeit für das, was gerade passiert.
  • Fragmentierte Aufmerksamkeit ist eine Herausforderung unserer Zeit. Selbst Caller greifen in der Pause zum Handy. Das bewusste Im-Moment-Sein muss man sich aktiv vornehmen.
  • Nicht-Teilnahme an einer Veranstaltung bedeutet nicht automatisch Desinteresse. Aber wer da ist, kann sich fragen: Was macht für mich einen guten Abend aus, und welchen Anteil habe ich selbst daran?
  • Veranstaltungen können Räume schaffen, in denen etwas entstehen kann. Aber diese Räume funktionieren nur, wenn die Teilnehmenden sie auch füllen. Teilgeber statt nur Teilnehmer.
  • Wer anderen von Square Dance erzählt und dabei von Gemeinschaft, Herausforderung und Freude spricht statt von einem Unterhaltungsangebot, weckt eine andere Erwartung bei Neuen. Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung, und sie beginnt bei der eigenen Haltung.

Erwähnt in dieser Folge

Jacob Collier Improvises the National Symphony Orchestra (Live from the Kennedy Center)

Let It Be – Lawrence Encore, ft. Jacob Collier (2024-07-05)

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